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Wer den Raspberry PI nicht kennt: es ist ein kleiner Computer, kaum größer als eine Scheckkarte. Für diesen Computer gibt es viele zurecht geschnittene Betriebssysteme, aber es ist auch möglich selber dafür zu entwickeln oder gar FHardware anzuschließen um den Computer z.B. die Heizung steuern zu lassen, Robotor zu bewegen oder wie ich ein Mediacenter einzurichten.

Der Raspberry Pi, Foto von GijsbertPeijs auf Flickr

Der Raspberry Pi, Foto von GijsbertPeijs auf Flickr

Warum: Dank einem lieben Arbeitskollegen musste ich unbedingt mal den Raspberry PI (im weiteren Verlauf nenne ich ihn nur noch RPi) ausprobieren. Das kleine Teil kosten nur 35,- EUR (hier der Link zu Amazon) und ich war vom Handling meiner noch aktuell vorhandenen ICY Box nicht so überzeugt. Also wollte der RPi getestet werden. Das Thema habe ich am Ende etwas erweitert, deshalb hier erst mal die Geschichte wie ich meinen RPi in den heutigen Zustand genommen hab.

Hier mal ein kurzer Einblick per Youtube-Blog-Post (zwar älter, aber passt schon), wo Ihr die Funktionsweise des XBMC sehen könnt (hier auch der Link zum passenden Blogpost: http://cloudlog.de/video-raspberry-pi-der-einsatz-als-media-center/ ):

YouTube Preview Image

Die Betriebssystemauswahl

Zunächst gibt es drei recht verbreitete Lösungen für Mediacenter auf dem RPi, Raspbmc, Xbian und Openelec. Alle drei basieren auf dem XBMC-Mediacenter (XBoxMediaCenter), welches heute nicht mehr viel mit der XBox zu tun hat… Da mein Fernseher auch keine SmartTV-Funktion hat, ergänzt sich der XBMC aktuell ideal mit meinem Chromecast-Stick, den ich für Watchever und Youtube-Videos nutze… Ich hatte alle drei Betriebssysteme installiert, hier meine Zusammenfassung:

Betriebssystem Vorteile Nachteile
Raspbmc – vollwertige Linuxinstallation
– alle Möglichkeiten offen, da man im Zweifelsfall Programme auch selber kompilieren könnte…
– viele XBMC-Plugins
– die wohl verbreiteste Lösung für Mediacenter mit dem RPi
– langsamer Systemstart
– Menüführung langsam
Xbian – Linuxinstallation, die erweiterbar ist
– alle Möglichkeiten offen, da man im Zweifelsfall Programme auch selber kompilieren könnte…
– viele XBMC-Plugins
– schnelle Menüführung
– schneller Systemstart
– nach einer Erstinstallation war das System schon mit dem ersten Update zerschossen
Openelec – einfache Installation
– sehr schnelle Umgebung
– schlanke Installation
– Installation ist im Schreibschutz, somit ist es fast unmöglich als normaler Benutzer das System zu schrotten
– schmales Linux, dadurch fehlen einige Befehle
– gewisse Optionen (Übertaktung) erfordern Linuxkenntnisse
– Erweiterungen des Betriebssystem sind nur spärlich vorhanden

Vom ersten Blick her bieten alle drei Systeme Ihre Vor- und Nachteile. Openelec würde ich jeden empfehlen, der eine simple und einfache Installation will und in Zukunft auch gar nicht so viel am System spielen mag. Dies geht prinzipiell auch mit den anderen beiden, allerdings ist Raspbmc m.E. für den einfachen Betrieb zu umfangreich. Xbian ist dagegen eine Lösung zwischen Openelec und Raspbmc, alles ist möglich, die Frage ist nur: braucht man wirklich alles?

Nach einigem recherchieren habe ich dann herausgefunden, dass es Sinn macht eine Festplatte als Medium zu nutzen, da USB-Sticks bzw. SD-Karten eine begrenzte Lebenszeit haben. Dies hat mit dem verwendeten Speicher etc. zu tun und ist wieder ein anderes Thema. Die Installation von Openelec war hier am einfachsten, bei Xbian und Raspbmc hatte ich mir die Haare gerauft, allerdings nur deshalb, weil es nicht so simpel war die Installation auf einer fertigen Partition durchzuführen. Hier war es mit Clonen einer Partition und einspielen ein hin und her, was nicht ein mal so richtig gefruchtet hat. Und als es dann bei Xbian endlich funktioniert hatte, da hat mir dann das Update die Installation zerschossen (juhu, Kernel-Panik).

Fazit: am Ende war für mich Openelec die Lösung!

Die Hardware

Kommen wir zu meiner Hardware die ich nutze:

Jetzt kommen sicherlich dem einen oder anderen ein paar Fragen die ich gerne versuche aufzuschlüsseln 😉

Das Netzteil ist sicherlich groß dimensioniert, allerdings kann ich damit auch eine externe Festplatte (so lange es kein extremer Stromfresser ist) versorgen um Daten direkt zu transferieren. Hier kommt es drauf an, was Ihr alles so anschließt… Hier habe ich aber auch die Erfahrung von einem Freund, dass die Stromversorgung eines Fernsehers durchaus reichen kann, wobei ich keine Info habe wie viel Strom der TV per USB abgibt. Im Zweifelsfall einfach mal testen…

Die Kühlkörper sind reine Vorsichtsmaßnahme. Hier habe ich im Nachhinein gelesen, dass es Sinn macht den RPi besser horizontal zu betreiben, damit es keinen Kurzschluss gibt, falls sich Kühlkörper lösen. Die Anbringung ist wirklich kinderleicht, würde die Kühlkörper immer wieder kaufen!

Das Acryl-Gehäuse war dann wieder so eine Sache für sich. Es war so gut verpackt bzw. beklebt, dass das Abziehen der Schutzfolie nur durch Unterstüzung meiner Frau möglich war. Ansonsten funktioniert es gut, Luft kommt ran, kann jederzeit geöffnet werden und der eine oder andere findet, dass es auch schick aussieht. Für mich das wichtigste Feature: Anschrauben ist möglich 😉

Die Ferbedienung war in der ganzen Bestellung der Posten, den ich als großes Fragezeichen gesehen habe. Funktioniert das alles mit dem RPi und weitergehend mit meiner Logitech Harmony Fernbedienung? Ja, sogar besser als mit CEC. Ich habe beides getestet. CEC ist halt die Steuerung über den Fernseher (unterstützen so gut wie alle neuen Fernseher) bzw. die Fernbedienung des Fernsehers. Befehle der Fernbedienung werden dann an den RPi übergeben. Allerdings ist in meiner Konfiguration Infrarot ein Stück schneller und vor allem kann ich Tasten einzeln belegen (z.B. XBMC-Restart per Knopfdruck). Gerade die Harmony-Serie (ich habe die Harmony 900) macht mir hier Spaß, da ich wirklich nur eine Fernbedienung für alle Geräte brauche… Nebenbei: egal ob unter Raspbmc, Xbian oder Openelec, die Ferbedienung funktionierte sofort ohne manuellen Eingriff…

Die 3TB Platte ist sicherlich hoch gegriffen und dann noch eine WD Red. Hier kann man sicherlich viel diskutieren. Kurz und knapp: ich fühle auf dem RPi eine Sicherung meine NAS durch. So habe ich dann auch alle meine Fotos und privaten Videos lokal auf dem RPi und muss nicht über das Netz streamen bzw. habe ein Backup, falls doch etwas mit den Daten auf der NAS schief geht…

Der USB-Hub ist mit 10 Jahren das älteste Element an meinem RPi. Damit war es kein Problem USB-Stick, Festplatten, Infrarotschnittstelle und Tastatur zu betreiben. Lediglich eine sehr alte Festplatte konnte generell nicht betrieben werden, das lag aber eher am Stromverbrauch der Platte…

Die SD-Karte ist zwingend notwendig zum booten, hier kann man sicherlich versuchen eine alte SD-Karte zu nutzen oder gibt etwas Geld aus. Ich bin mit einer alten 512MB Karte völlig zufrieden, alles rennt einwandfrei!

Vom Prinzip her möchte ich an dieser Stelle nicht mehr auf die Hardware eingehen, der Zusammenbau ist einfach, Kühler simpel aufzukleben und wo die Kabel rein kommen ist jetzt auch nicht so schwer… Wer immer noch skeptisch ist: das kriegen auch technisch nicht so begabte Leute hin!

Die Grundinstallation

Die Installation ist so unglaublich einfach, dass lediglich das Thema Partition für den Leihen schwierig wird. Auf dieses werde ich im Detail hier nicht eingehen, dazu gibt es genug Infos im Netz (Stichwörter: Partition, Dateisysteme). Ein Tipp meinerseits: Wenn Ihr eine Festplatte mit mehreren Partionen bestückt, dann überlegt Euch gut welches Dateisystem Ihr nehmt. Da Openelec auf Linux basiert, ist das Lesen und Schreiben von Daten mit dem Dateisystem ext4 optimal. Ich habe es im Vergleich zu NTFS und FAT getestet und bin auf eine X-fache Geschwindkeit gekommen… Wollt Ihr die Platte auch regelmäßig an Windows hängen und auf die Daten zugreifen, dann empfehle ich NTFS.

Ich beziehe mich bei der Installation auf diesen Leitfaden hier: http://wiki.xbmc.org/index.php?title=HOW-TO:Install_XBMC_on_Raspberry_Pi_with_USB_drive

Vom Prinzip her muss man sich Gedanken machen, wie groß die Partition für die Daten des Betriebssystems werden soll. Hier habe ich auch keine Anhaltspunkte gefunden, einige nehmen 8GB, wieder andere 32GB. Ich habe einfach 16GB verwendet und diese als ext4 formatiert. Fangen wir mal an das systematisch anzugehen:

  1. Die SD-Karte wird normal als FAT formatiert. Mindest 150MB Platz sollte da sein, mehr ist möglich. Die Partition sollte eine aktive und primäre Partition sein.
  2. Entpackt das Openelec OS, welches Ihr auf folgender Webseite findet: http://openelec.tv/get-openelec/download/viewcategory/10-raspberry-pi-builds
    Hier rate ich zu Stable Builds, da dies Betriebssystemzustände sind, die nicht mehr in Testphasen etc. sind. Für alle die ein lauffähiges System wollen: Finger weg von der Beta!
  3. Zur Installation wechselt Ihr in die Shell (z.B. Eingabeaufforderung), wechselt in das Verzeichnis, wo Ihr Openelec deinstalliert habt und kopiert die Daten auf die SD-Karte wie folgt beschrieben für Windows, wobei G: der Laufwerksbuchtaber der SD-Karte ist:
    copy target\KERNEL g:\kernel.img
    copy target\SYSTEM g:\
    copy 3rdparty\bootloader\*.* g:\
    copy openelec.ico g:\
    copy README.md g:\
  4. Bearbeitet nun auf Laufwerk G: die Datei cmdline.txt. Die Zeile die mit boot= beginnt könnt Ihr durch folgende ersetzen:
    boot=/dev/mmcblk0p1 disk=/dev/sda1 console=ttyAMA0,115200 kgdboc=ttyAMA0,115200 console=tty1 ssh
  5. Das war es… Weitere Schritte können übertakten oder der automatische Zeitabgleich mit NTP-Server sein, ist aber kein MUSS und kann jederzeit später erfolgen.

Die Inbetriebnahme

Hier wären wir beim Thema Kabel anstecken 😉 Bitte beachtet, dass Ihr alle notwendigen Kabel anschließt, z.B. falls gewünscht den USB-Infrarot-Adapter. Schaltet erst die externe Stromversorgung der Festplatte ein, falls Ihr einen USB-Stick verwendet, wird dieser ja eh vom RPi versorgt. Und dann ganz simpel den RPi starten, indem Ihr den MicroUSB-Stecker einsteckt… Abwarten und staunen 😉

Tipps und Tricks

Mounten der SD-Karte mit Schreibrechten

Um nun Einstellungen anzupassen am System könnt Ihr sicherlich die SD-Karte am Windows Recher editieren, oder Euch per SSH (z.B. mit Hilfe von Putty) auf den RPi verbinden und in der Shell arbeiten. Da wie schon beschrieben die SD-Karte nur mit Leserechten gemountet wird, ist es notwendig bei Änderungen die Karte neu zu mounten. Dies könnt Ihr mit folgendem Befehl:

mount -o rw,remount /flash

Übertakten

Bei Openelec ist das übertakten nicht zwingend notwendig, falls doch, dann machen die oben beschriebenen Kühlkörper Sinn. Das Übertakten findet in der Datei config.txt auf der SD-Karte statt.  Dort findet Ihr den Bereich Overclocking Settings und könnt los legen. Hier achtet bitte IMMER auf die Temperatur des RPi. Das Übertakten kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der RPi einen defekt erleidet oder einfach nicht mehr optimal arbeitet.

Ich habe mich für die folgenden Einstellungen entschieden:

arm_freq=950
core_freq=450
sdram_freq=450
over_voltage=6
temp_limit=75

Die Option temp_limit definiert die maximale Temperatur der CPU, bis der RPi sich automatisch in der Taktung nach unten reguliert. Als Standardwert ist 85 Grad hinterlegt.

Der Regenbogen / Bunter Bildschirm

Erst dachte ich, mein RPi sei defekt… Aber nachdem ich laaaange gesucht habe, fand ich heraus, dass viele dieses Problem haben: beim starten des RPi wird einfach ein bunter Bildschirm (kreisverlauf) angezeigt und er bootet nicht weiter. Die Lösung ist sehr simpel, gefunden habe ich sie hier: http://www.forum-raspberrypi.de/Thread-kein-os-startet-nur-buntes-bild?pid=40464#pid40464

Somit einfach die Datei config.txt bearbeiten und dort die Zeile

boot_delay=1

einfügen.

Automatische Temperatur-Überwachung

Ich habe immer den Wunsch jegliches System so ordentlich wie möglich zu überwachen. Da ich den RPi ja auch als „NAS“ verwende, habe ich entsprechende Programme/Scripte gesucht. Ein schickes Script die Temperatur zu überwachen findet Ihr inkl. Anleitung hier: http://jankarres.de/2013/12/raspberry-pi-ueberwachen-mit-monitoring/

To Be Continued …

splitti

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  1. […] Mein Raspberry Pi (neu installiert mit Raspbian) […]


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